EnvionTarn-et-Garonne, ein schönes Kunststück

Tradition und savoir-faire, ein bodenständiges Gemüt gepaart mit Herzlichkeit und einem Hang zum Feiern: Das Departement Tarn-et-Garonne hat mit seinen Nachbarn in Südwestfrankreich eine unverwechselbare Kultur und Lebenskunst gemeinsam, die hier seit undenklichen Zeiten sorgsam gepflegt wird. Woran mag es liegen? An dieser Lebenskunst, der Vielfalt seiner Landschaften, seinem ertragreichen Land oder an seinen gastfreundlichen Menschen? Tarn-et-Garonne ist und bleibt ein Land der Gastfreundschaft. In den letzten 100 Jahren fanden hier Zuwanderer aus Italien, spanische Bürgerkriegsflüchtlinge, 60.000 Belgier im Jahr 1940, Algerien-Rücksiedler, algerische, marokkanische und portugiesische Wanderarbeiter gleichermaßen eine neue Heimat. Und auch heute lassen sich viele Ausländer – allen voran Briten – hier nieder. Braucht es noch weitere Beweise für die Qualitäten dieses Landes, das mit allen Neuankömmlingen nicht nur seine Landschaften und sein reichhaltiges Kulturerbe teilt, sondern auch seine allgegenwärtige Lebenskunst?

Kunstvolle Stadsverschönerung

Schon seit der Urgeschichte hinterließen die hier lebenden Menschen ihre Spuren und ein stattliches Erbe ihrer Fertigkeiten und ihres Geschmacks. Die rosa Kunst- und Geschichtsstadt Montauban war lange Zeit protestantisch und weiß ihre Vergangenheit von nahezu 900 Jahren ins rechte Licht zu rücken. Die Besucher erwarten die Place Nationale mit ihren herrlichen Arkaden, wundervolle, autofreie Gässchen, der alte Bischofspalast – heute das Musée Ingres – oder nach der alten Brücke der nach François Mitterand benannte Rosengarten. Ein weiterer Höhepunkt im Tarn-et-Garonne ist Moissac; der Kreuzgang und das Tympanon der Abteikirche wurden von der UNESCO ins Weltkulturerbe aufgenommen. Schlichtere Zeugen menschliche Schaffenskraft sind die Bastiden, gewissermaßen die modernen Städte des Mittelalters: Beaumont-de-Lomagne, das kleine Montjoi, Castelsagrat mit seinem Brunnen aus dem 13. Jh., Réalville (gegründet von Philipp IV.) oder die im Hundertjährigen Krieg strategisch wichtige Grenzstadt Lauzerte. Nicht zu vergessen die Kirchen – St-Martin in Montpezat, St-Pierre in Lachapelle u.v.a. –, die Klöster wie in Beaulieu und Belleperche oder die Schlösser und Burgen von Bruniquel, Gramont, Cas und Brassac. Und wer könnte an den unzähligen alten Dörfern wie Bruniquel, Saint- Antonin-Noble-Val und Montricoux vorbei, den Aveyron-Schluchten oder auch Auvillar, einer Station des Jakobswegs.

MoisssacTerrasse

Die Kunst de Unterschieds

Eine weite Ebene, Schwemmland des Tarn und der Garonne, umgeben von Hügellandschaften. Im Norden die des Quercy, Ausläufer des Zentralmassivs. Im Süden die der Gascogne, über die sich bei klarem Wetter die schneeweißen Gipfel der Pyrenäen erkennen lassen. Die Aveyron-Schluchten, die sich am Fuße einer kargen Karsthochfläche, dem Causse, durch das Kalkgestein schlängeln. Diese von der Natur geschaffenen Landschaften wurden auch von den Menschen geprägt: Obstgärten, deren Blütenpracht sich im Frühling bis zum Horizont erstreckt, Weinberge – die berühmten Chasselas-Trauben, Wälder, Wiesen, Knoblauch, Sonnenblumen, Getreide, Safran... Hunderte Taubenschläge aus Stein, Ziegel oder Fachwerkholz, mal rund, mal viereckig, auf Pfeilern und mit ihrem karakteristischen Dach mit zwei abgesetzten Schrägen ("Eselsfuß") zieren dieses einzigartige Kulturland des Tarn-et-Garonne. Sogar die Karsthochfläche des Causse mit ihrem wilden Erscheinungsbild zeugt vom Eingriff der Menschen: Hirten errichteten kleine Trockensteinmauern und Natursteinhütten, weidende Schafe beeinflussen den Pflanzenwuchs!

Gorges de l'AvyronEnviron

Die Kunst Geschmäcker zu offenbaren

Tarn-et-Garonne ist ein Departement mit einer fruchtbaren Erde, die eine unglaubliche Geschmacksvielfalt hervorbringt. Nicht nur Paradies der Früchte – allen voran die süße, goldene Chasselas-Traube von Moissac, sondern auch ein Schlaraffenland mit Pasteten, hergestellt aus Gans oder Ente, und anderen Spezialitäten wie Stopfleber, eingelegten Geflügelkeulen oder Entenbrust. Eine hauchdünne Scheibe Trüffel, ein mit etwas Knoblauch verfeinerter Pilzteller, dazu Maronen. Zur Abrundung ein guter Tropfen Landwein – Côtes du Frontonnais, Côtes du Brulhois oder Quercy. Die Tradition des guten Geschmacks wird hier hoch gehalten. Bei Tisch wie bei der Herstellung. Fünf (und demnächst sechs) "Feinschmeckerwege" laden ein, die Gastronomie in Verbindung mit überlieferter Landwirtschaft bei Erzeugern und Gastwirten des Departements kennen zu lernen. Die zahllosen Märkte mit Stopfleber- Spezialitäten, Pilzen, Trüffeln, Knoblauch und Bioprodukten, im Sommer auch Nachtmärkte, sind unumgänglich. Und nicht nur die berühmtesten in Caussade, Montauban oder Valence d'Agen, wo oft noch Lieder in der schönen alten, okzitanischen Sprache zu hören sind. In der Abtei von Belleperche, in dem das "Centre des Arts du Goût de la Table" untergebracht ist, lässt sich wertvolles, altes Geschirr bestaunen. Besucher erfahren dort außerdem alles Wissenswerte über kulinarische Traditionen – und im Sommer werden bei Musikuntermalung Speisen nach alten Rezepten serviert.

MarchéFruit

Die Kunst der Musen

Zeugen der Kunst gibt es aus allen Zeiten. Der künstlerische Reichtum des Tarn-et-Garonne steht dessen landschaftlicher Vielfalt in nichts nach. Die mittelalterliche Illuminierkunst von Moissac, zu sehen im Zentrum für romanische Kunst Marcel Durliat. Weiterhin die 4.000 Zeichnungen von Dominique Ingres aus dem 18. Jahrhundert, die er seiner Geburtsstadt Montauban vermachte. Eine weltweit einzigartige Sammlung, ausgestellt im Musée Ingres. Oder die Bildhauerarbeiten von Antoine Bourdelle, die an vielen Stellen in Montauban zu sehen sind der "Sterbende Zentaur" gegenüber dem Museum oder "Pénélope" vor dem Fremdenverkehrsbüro... Dann die Werke Marcel Lenoirs, eines bewundernswerten Zeichners und verkannten Malers vom Anfang des 20. Jhs.; das ihm gewidmete Museum im Schloss Montricoux lohnt einen Abstecher. Und aus neuester Zeit, Sammlungen und Wechselausstellungen in der Abtei von Beaulieu-en-Rouergue, einem Zentrum für zeitgenössische Kunst. Ebenfalls aktuell, die – zahlreichen! – Künstler, die im Tarn-et-Garonne leben, schaffen und ausstellen.

ArtistesArt

Die Kunst der Unternehmungslust

Wer hätte sich vor kaum 50 Jahren, als die Gegend nur mit der Bahn zu erreichen war, ausmalen können, dass die Aveyron-Schluchten eines Tages zum beliebten Treffpunkt für Wassersportler und Kletterer werden sollte? Kanufahrten, Klettern und Höhlenwanderungen zählen zu den unbestrittenen Höhepunkten. Wer eher Bedächtiges liebt, kann die Aveyron-Schluchten per pedes erkunden, wie uberhaupt das gesamte Tarn-et-Garonne. Mehrere Tausend Wanderer treten alljährlich in die Fußstapfen der Pilger, die sich im mittelalter über Lauzerte, Moissac und Auvillar aufmachten nach Santiago de Compostela. Manche durchstreifen die Ebenen, Schluchten und Hügel auf dem Mountainbike oder zu Pferd – und werden wohl auch an den Wettbewerben für Pferdegespanne und Reitaufführungen in Réalville Freude haben. Andere wiederum bestaunen das Mosaik aus Feldern, Weinbergen und Wäldern aus der Luft – mit dem Gleitschirm oder im Ultraleichtflugzeug. Und überall in den Swimmingpools, an den Seen und Flüssen lassen sich Badefreuden genießen. In den Stadien regiert Rugby, auf den Dorfplätzen die Pétanque – das echte Ambiente des Südens.

PigéonnierCanoë

Wasser Kunst

Der Tarn und die wilde Garonne, abgeleitet vom okzitanischen "Garona" für "Sturzbach", sind Respekt gebietende Flüsse. Doch weist der Tarn-et-Garonne als Kontrast dazu auch sanftere, von Menschenhand geschaffene Wasserläufe vor. Gemächlich durchquert der “Canal des Deux Mers” das Departement zwischen Pompignan und Lamagistère. Eine demnächst automatisierte Seitenschleuse erbindet Montech mit dem Hafen von Montauban. Eine erlebnisreiche Fahrt von Toulouse nach Montauban und weiter nach Moissac, Valence d’Agen – auf dem Wasser. Die Kanalbrücke über den Tarn in Moissac und die originelle “Pente d’eau” in Montech, durch die fünf Schleusen ersetzt werden. Das Kanalufer bietet sich an für Jogging und Radfahrten auf dem ausgebauten, autofreien Treidelweg. Am Zusammenfluss von Tarn und Garonne, unweit eines Sees, kann eine bunte Vogelwelt beobachtet werden. Seen mit Freizeitzentren mit Möglichkeiten zum Schwimmen, Tauchen und Entspannen... einfach erfrischend.

Base de loisirsPêche

Kunstvolle Einladung zum Fest

Feste sind ein ureigener Bestandteil der Traditionen des Tarn-et-Garonne und Ausduck der gepflegten Lebenskunst. Den ganzen Sommer über veranstalten die Dörfer Feste. Handwerksfeste wie die "Estivales" der Hutmacherkunst in Caussade. Zunftfeiern oder der Landwirtschaft gewidmete Feiern: Knoblauch in Beaumont-de-Lomagne, Wein aus dem Quercy-Gebiet, das Fest "Goûts et Saveurs", die Chasselas- Traube, Obst und Früchte aus dem Südwesten (in Moissac). Kein Fest ohne Musik, z. B. die "Bandas" (typische Fanfarengruppen), das Festival "Alors... Chante!", die zu Christi Himmelfahrt Montauban mit französischen Chansons erfüllen, "Jazz in Montauban" im Juli oder, kurz davor, "Vibrations" in Moissac, wo großartige Stimmen zu hören sind. Bruniquel zollt im Sommer dem Komponisten Offenbach die Ehre, während Castelsarrasin ganz im Zeichen des Louisiana-Jazz steht, in Erinnerung an de Gouverneur von Louisiana, Antoine Laumet "de La Mothe", der die alte französische Provinz und das Städtchen Castelsarrasin von Amerika aus regierte. In Valence-d'Agen lassen die Feiern die Geschichte der Menschen am Garonne-Ufer wieder lebendig werden: "Au fil de l'eau... une histoire" ist eine beeindruckende Ton- und Lichtschau auf dem Kanal.

MusicFêtes

Südwestfrankreich gelebte Kunst

Das Departement Tarn-et-Garonne, eingebettet in den traditionsreichen Südwesten Frankreichs, teilt mit seinen Nachbarn den fruchtbaren Boden und die Landschaften, ein verblüffendes Mosaik an Erhebungen, Ebenen, Terrassen, Causses und Kalksteinschluchten. Aber auch die Geschichte und ein großartiges Kulturerbe – Bastiden und Schlösser, Abteien und Dörfer. Und an den sanften sonnigen Reliefs, auf den mit Arkaden gezierten Plätzen und unter mittelalterlichen Stadtmauern herrscht die selbe Lebensfreude wie bei den Nachbarn. Die Kunst der Gaumenfreuden – wie sollte es auf dieser an Obst und Gemüse reichen Erde anders sein, wo die Geflügelzucht ebenso Tradition hat wie edle Weine? Die Kunst Feste zu feiern und Geselligkeit zu genießen. Die Menschen in Südwestfrankreich und damit auch die Bewohner des Tarn-et-Garonne sind bekannt für ihre Warmherzigkeit und ihr Lächeln, ihre Offenheit und Gastfreundschaft – und mitunter für ihre leichte Zurückhaltung. Ist es ein Überrest der okzitanischen "Convivencia", dieser Kunst des Zusammenlebens im gegenseitigen Respekt, wie sie schon von den Troubadouren besungen wurde? Vielleicht. Ganz bestimmt sogar. Es ist mit Sicherheit das auffälligste Kennzeichen dieser heiteren Lebenskunst, die den Südwesten Frankreichs prägt. Und deretwegen Gäste gerne immer wieder kommen.

CAMPING LATAPIE
LIEU DIT LATAPIE
82220 VAZERAC
Tel: (0033)-(0)563677092
E-mail: info@campinglatapie.com